Meldungen

20 Jahre Denknetz | Die Schweiz unschädlich machen

Die Schweiz bietet Postkartenidylle von Arosa bis Zermatt und ist stolz auf ihre «humanitäre Tradition». Aber machen wir uns nichts vor, die Schweiz ist auf vielfältige Weise vor allem auch schädlich. Also bleibt nur eines: Sie sollte unschädlich werden! Ein Essay zu 20 Jahren Denknetz von Nadja Mosimann und Pascal Zwicky mit Beispielen, die in der gedruckten Version in „Das Denknetz“ vom 16. Mai 2024 keinen Platz fanden.

Webseite | PDF

Eine solidarische Perspektive auf die 12-Millionen-Schweiz

Die Klimaerhitzung wird die Existenz von vielen Menschen gefährden und viele werden flüchten müssen, um zu überleben. Weiterhin werden auch Kriege und widrige wirtschaftliche Verhältnisse die Migration beeinflussen. Die Schweiz ist reich und befindet sich in einer gemässigten Klimazone. Sie wird also viele Menschen aufnehmen können, um in der wachsenden Not mitanzupacken. Dem gilt es Rechnung zu tragen. Mit der Chiffre einer Zwölf-Millionen-Schweiz wollen wir genau dies tun. Die Chiffre steht für eine offene und solidarische Politik, die Menschenleben rettet und bewahrt statt einem Kampf aller gegen alle zu verfallen; sie steht dafür, Probleme anzupacken statt sich abzuschotten. Ebenso steht sie für den Ausstieg aus den enormen strukturellen Verschwendungen, die den Spätkapitalismus kennzeichnen.

Auftakt zu einem Projekt zur solidarischen Zukunft der Schweiz. Bisher erschienen:

Die 12-Millionen-Schweiz: Eine solidarische Perspektive

Mensch oder Auto? Mobilität in der solidarischen 12-Millionen-Schweiz

Gleichheitsmonitor 2023

Reiche Schweiz? Mehr als die Hälfte der Bevölkerung besitzt nichts oder fast nichts. Die Ungleichheit zwischen Reich und Arm manifestiert sich dabei in allen Lebensbereichen: im Zugang zu Bildung, zu gutem Wohnraum, zu einer attraktiven Erwerbstätigkeit und zu höheren Positionen. Auch beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, zu sozialen Netzwerken und im umweltschädlichen Verbrauch von ökologischen Ressourcen zeigen sich krasse Ungleichheiten nach Wohlstandsgruppen. So sind die Chancen auf gute Gesundheit und hohe Bildung bei Menschen aus finanziell schlecht ausgestatten Haushalten um ein Vielfaches geringer als bei den Gruppen mit hohen Einkommen und Vermögen. Die Benachteiligungen in den verschiedenen Lebensbereichen kumulieren sich und führen zu ausgesprochen ungleichen Lebenschancen. Von Hans Baumann und Robert Fluder.

Kommentar | Gleichheitsmonitor

Nationalbankgewinne: Die Geschäftsbanken erhalten 8.5 Milliarden, die Bürger:innen nichts

Im Jahr 2023 baut die Schweizerische Nationalbank SNB ihre Reserven erneut aus. Dies trotz Verlusten, die entstanden sind, weil sie den Geschäftsbanken Milliardenbeträge zugehalten hat. Bund und Kantone hingegen gehen leer aus. Dabei arbeitet die SNB mit buchhalterischen Tricks, und dies unter offener Missachtung der Bundesverfassung. Das muss jetzt ändern, fordern Hans Baumann und Beat Ringger in einem neuen Denknetz-Workingpaper. Die Gelegenheit ist günstig: Die höchst zweifelhafte Vereinbarung von Bund und SNB wird gegenwärtig überarbeitet. Die Linke muss nun Druck machen, damit bei dieser Gelegenheit die SNB verpflichtet wird, ihre unhaltbare Praxis zu ändern.

Webseite | PDF

Nachruf auf Linda Stibler

Am 24. Februar 2024 ist Linda Stibler im Alter von 85 Jahren in Basel gestorben – eine engagierte, kämpferische, einem tiefen Humanismus verpflichtete Frau und liebenswerte Freundin. Linda war seit der Gründung des Denknetz vor zwanzig Jahre aktives Mitglied. Während Jahren war sie Teil der Kerngruppe. Einflussreich war sie nicht zuletzt als Gründerin der Fachgruppe Bildung im Jahr 2008.

Fitzgerald Crain verabschiedet sich mit starken Worten von seiner Weggefährtin.

Webseite

Vorschau aufs Jahrbuch | Noch Hoffnung? Ein Gespräch über das „Prinzip Hoffnung“ bei Ernst Bloch

In einer Vorschau auf das Jahrbuch des Denknetz sprechen Anette Schlemm, Beat Dietschy und Beat Ringger über die Aktualität des ‚Prinzips Hoffnung‘ von Ernst Bloch. Das Gespräch ist Teil des Jahrbuchs „Noch Hoffnung? Von den Möglichkeiten der Solidarität im Wirbel von Krisen,“ das im Mai 2024 erscheint.

Webseite | PDF

Wahlen 23 | Die Zukunft gerecht und nachhaltig gestalten

Es sind bewegte und unübersichtliche Zeiten, die wir gegenwärtig erleben. Weltweit finden vielfältige Auseinandersetzungen um einen weitreichenden gesellschaftlichen Wandel statt. Die eidgenössischen Wahlen im Herbst entscheiden mit darüber, wie wir diesen Wandel künftig hierzulande gestalten. Sicher ist: Die bisherige «Normalität» der bürgerlichen Wohlstandsinsel Schweiz ist kein zukunftsfähiges Modell. Schwerpunktseite zu den Wahlen vom letzten Jahr.

Schwerpunkt

Heisse Jahre

Klimaerhitzung, El Niño und massiv erhöhte Sonnenaktivitäten: In den kommenden vier Jahren wird es aller Voraussicht nach so heiss wie noch nie. Gesteigerte Extremwetter und Dürreperioden mit Hunderttausenden von Todesfällen, Einbrüche in Fischfang und Landwirtschaft – das kommt wohl rascher als erwartet. Ein erheblicher Mangel an Lebensmitteln und Rohstoffen würde zu enormen Preissteigerungen führen. Der Kapitalismus geriete ins Taumeln. Gegensteuern geht dann nur noch mit massiven Eingriffen in die «Freiheiten» des Kapitals. Damit öffnen sich neue Fenster für eine ökosoziale Wende. Besser, wir setzen uns damit jetzt auseinander, schreibt Beat Ringger.

Webseite | PDF

Schweizer Gesundheitssystem: ungebremste Kosten, untätige Behörden und Machtanspruch der Versicherer

Entgegen einem weitverbreiteten Mythos beruhen die hohen Kosten des Schweizer Gesundheitssystems nicht auf einem Zuviel an medizinischen Leistungen, sondern auf einem hohen Ressourcen-Einsatz, hohen Preisen und der wenig kontrollierten Tätigkeit von niedergelassen Spezialist:innen und Privatkliniken. Abhilfe tut not. Kommentar von Oliver Peters, Ökonom mit ehemals leitenden Stellungen im CHUV und BAG.

Webseite | PDF

Von Wachstum über Suffizienz zu Postwachstum

Wirtschaftliches Wachstum gilt in der institutionellen Politik nach wie vor als das wichtige wirtschaftspolitische Ziel. Gleichwohl zeigt die Empirie, dass sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum ausschliessen. Zudem erhöht Wirtschaftswachstum ab einem gewissen Lebensniveau nicht mehr die persönliche Zufriedenheit. Postwachstum stellt vor diesem Hintergrund ein Alternativprogramm dar, das eine umfassende gesellschaftliche Transformation impliziert. Ein Beitrag von Leonard Creutzburg, Postdoc an der Universität Zürich und Mitbegründer von «Degrowth Schweiz».

Webseite | PDF

Sozialismus im 21. Jahrhundert?

In den Debatten um gesellschaftliche Alternativen taucht wieder vermehrt ein alter Bekannter auf: der Sozialismus. Doch was könnte das heute, nach den leidvollen Erfahrungen mit den totalitären Regimen unter sozialistischer oder kommunistischer Flagge, heissen? Wie könnte ein tatsächlich emanzipatorischer, demokratischer und ökologischer Sozialismus aussehen? Soll sich die Linke auf den alten Bekannten einlassen? Diesen Fragen ging die vom Denknetz und der Anny-Klawa-Morf-Stiftung organisierte Online-Reihe «Ein Sozialismus für das 21. Jahrhundert?» nach.

Sarah Schilliger und Klaus Dörre | Cédric Wermuth und Raul Zelik | Lisa Herzog und Pascal Zwicky

Eine Zusammenfassungen der jeweiligen Abende finden Sie hier:

Sarah Schilliger und Klaus Dörre | Cédric Wermuth und Raul Zelik | Lisa Herzog und Pascal Zwicky

Überwinden – oder gefressen werden

Wenn überall Krise ist, dann ist guter Rat teuer. Wie lässt sich das Krisenszenario richtig deuten? Gibt es eine gemeinsame Ursache für auf den ersten Blick so Unterschiedliches wie die Klimaerhitzung, prekäre Arbeitsverhältnisse, rassistische Gewalt, erschöpfte Familienmanager*innen oder die Aushöhlung der Demokratie? Folgt man Nancy Fraser, dann ist die Antwort ein klares Ja. Sie identifiziert den «kannibalischen Kapitalismus» als die strukturelle Kraft, die hinter der heutigen Ballung der Krisen steht und das Leben auf dem Planeten existenziell gefährdet. In ihrem neuen Werk beleuchtet Fraser diese Mechanismen und sie macht deutlich, dass eine angemessene Krisenbearbeitung über den Kapitalismus hinaus zielen muss. Ein Text von Pascal Zwicky.

Vom 24.5. bis zum 8.6. sprechen wir mit Lisa Herzog, Klaus Dörre und Raul Zelik online über einen neuen Sozialismus für das 21. Jahrhundert.

Website | PDF

Print

Mitglied werden

Das Denknetz ist der linke Thinktank der Schweiz mit über 1500 Mitgliedern. Das Denknetz ist den Grundwerten Freiheit, Gleichheit und Solidarität verpflichtet. Nur in der Gleichwertigkeit aller Mitglieder einer Gesellschaft, also nur im Vermeiden von Armut und Exklusion, kann sich eine Freiheit entfalten, die allen zuteil wird und die ohne Gewalt der Privilegierten gegen die Nichtprivilegierten auskommt. Der Kit zwischen Freiheit und Gleichheit ist die Solidarität auf der Basis universeller Menschenrechte, was eine Ausweitung der Demokratie auf alle relevanten gesellschaftlichen Prozesse impliziert, auch auf die zentralen Entscheide über die Verwendung und die nachhaltige Bewirtschaftung der ökonomischen Ressourcen.

Werden Sie hier Mitglied des Denknetzes

Das Denknetz finanziert sich zu über 90 Prozent durch seine Basismitglieder. Zwar unterstützen uns auch grosse Organisationen als Kollektivmitglieder. Um die Unabhängigkeit des Denknetz zu garantieren, existiert aber eine Beitragsbeschränkung von CHF 5’000.- pro Kollektivmitglied. Insgesamt fliessen lediglich rund CHF 25’000.- von Kollektivmitgliedern an das Denknetz. Das heisst ganz konkret, dass das Denknetz nur dank seiner Einzelmitglieder Bücher, Zeitungen, Onlinebeiträge, Videos und Audios produzieren kann. Jeder Beitrag eines Einzelmitglieds ist daher wichtig und macht die professionelle Arbeit des Denknetz erst möglich. Tragen auch Sie zum Weiterbestehen und zum Erfolg des Denknetz bei:

Werden Sie hier Mitglied des Denknetzes

Sie erhalten die Jahr- und Sachbücher sowie die Zeitschrift „Das Denknetz“ kostenlos per Post zugestellt und nehmen zu vergünstigten Preisen an Tagungen und Seminaren teil. Zudem ermöglicht erst Ihr Mitgliederbeitrag die frei zugänglichen Publikationen (Onlinetexte, Videos, Audios) auf unserer Webseite.

Werden Sie hier Mitglied des Denknetzes

Die Mitgliedschaft kostet CHF 100.- pro Kalenderjahr. Wer ein kleines oder gar kein Einkommen hat, entrichtet einen reduzierten Beitrag von CHF 40.- Wer die Arbeit des Denknetz mit besonderem Nachdruck unterstützen möchte, tut dies mit CHF 400.- als Fördermitglied.

Werden Sie hier Mitglied des Denknetzes

Mitglieder des Denknetzes können alle Personen werden, welche die Statuten akzeptieren und insbesondere mit folgender Aussage aus der Zweckbestimmung einverstanden sind: «Das Denknetz ist den Grundwerten der Freiheit, der Gleichheit und der Solidarität verpflichtet. Das Denknetz konstatiert zunehmende soziale Ungleichheiten und eine Tendenz zur Entsolidarisierung in der Gesellschaft. Es will die Mechanismen dieser Dynamik besser verstehen und Alternativen erkunden und diskutieren.»

Werden Sie hier Mitglied des Denknetzes

Reclaim Democracy

Das nächste Reclaim Democracy findet am 13. und 14. September 2024 in Zürich statt. Wir freuen uns! Mehr auf www.reclaim-democracy.org 

Neue Beiträge

15.05.2024 20 Jahre Denknetz: Die Schweiz unschädlich machen14.05.2024 Die 12-Millionen-Schweiz: Eine solidarische Perspektive | 14.05.2024 Mensch oder Auto? Mobilität in der solidarischen 12-Millionen-Schweiz | 13.05.2024 Gleichheitsmonitor 2023 | 08.05.2024 Nationalbankgewinne: Die Geschäftsbanken bekommen 8.5 Milliarden, die Bürger:innen nichts |24.04.2024 Nachruf auf Linda Stibler25.01.2024 Noch Hoffnung? Ein Gespräch über das „Prinzip Hoffnung“ bei Ernst Bloch | 23.11.2023 Der Anfang einer Trendwende in der Schweizer Politik? | 23.11.2023 Wie verhindern wir den politischen Stillstand? | 09.11.2023 Heisse Jahre | 23.10.2023 Rechtsrutsch und fehlende Perspektiven29.09.2023 Die Linke in der Schweiz: Wie die Grünen immer wichtiger wurde | 29.09.2023 In der Schweiz wird viel und lang gearbeitet | 29.09.2023 „Verschlafen“ können sich nur die Reichen leisten | 29.09.2023 Wir fordern feministische Politik! | 29.09.2023 Crise climatique? Mais voyons! | 27.09.2023 Schweizer Gesundheitssystem: ungebremste Kosten, untätige Behörden und Machtanspruch der Versicherer | 25.08.2023 Sorgenbewirtschaftung? Wie deutschschweizer Medien im Vorfeld der Wahlen 23 das Thema Migration bespielen| 24.08.2023Von Wachstum über Suffizienz zu Postwachstum | 27.07.2023«Les aînées pour la protection du climat» comptent sur le futur parlement pour concrétiser les résultats de leur action en justice | 26.07.2023 Sicherheitspolitik: Keine Antworten auf fehlende Fragen | 24.07.2023 Schluss mit der Blockadepolitik, konsequente Klimapolitik jetzt! | 28.06.2023 Die Zukunft gerecht und nachhaltig gestalten | 12.05.2023 Überwinden – oder gefressen werden

Bibliothek

Die Denknetz Bibliothek bietet über 500 Texte, Videos und Audios zu den Themen Politische Ökonomie, Politik und Gesellschaft, Umweltschutz und Wachstumskritik, (Post-)Migration, Race-Class-Gender, Demokratie und Staat, Care und Soziale Sicherheit, Bildung, Medien, Denken sowie Geschichte und Emanzipation. Zudem sind alle Jahrbücher, Sachbücher, Zeitschriften, Audiodateien und Videos in der Rubrik Publikationen verfügbar. Schauen Sie hier in die Denknetz-Bibliothek herein