Meldungen

Zur Lage der arbeitenden Klasse in der Schweiz

Wo steht die arbeitende Klasse in der Schweiz, und wie haben sich ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen verändert? Welche neuen Spaltungen, Prekarisierungen und Ungleichheiten prägen den Alltag der Lohnabhängigen – und wo liegen zugleich Potenziale für Solidarität und Widerstand? Der von Ruth Gurny und Beat Ringger im Rahmen eines Projektes für das Fotomuseum Winterthur verfasste Bericht gibt einen fundierten Überblick über die heutige Klassenstruktur in der Schweiz. Er analysiert zentrale Dynamiken rund um Arbeit, Armut, Care, Geschlecht und Migration und zeigt auf, wie ökonomische Abhängigkeiten, kulturelle Ausgrenzung und politische Kräfteverhältnisse ineinandergreifen. Die Untersuchung macht deutlich: Die Zukunft der Lohnabhängigen ist von tiefgreifenden sozialen Umbrüchen geprägt – und von offenen Fragen nach Gerechtigkeit, Teilhabe und kollektiver Handlungsfähigkeit.

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Nach den Kipp-Punkten

Wo steht die Klimaerhitzung, welches sind die wichtigten Entwicklungen? Sind Kipp-Punkte schon überschritten oder steht dies demnächst bevor? Die Physikerin, Philosophin und Klima-Aktivistin Annette Schlemm gibt einen ausführlichen Überblick über den Stand der Dinge. Eine Voraussicht auf das künftige Klima ist immer mit Unsicherheiten und Ungewissheiten verbunden. Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass uns eine Zeit mit folgenreichen ökologischen Umbrüchen bevorsteht.

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Gesundheitspolitik Schweiz: Wohlstand statt Erschöpfung

Die SAMW schlägt einen neuen Verfassungsartikel vor, um erstmals eine kohärente Gesundheitspolitik auf Bundesebene zu ermöglichen. Bisher fehlt diese Grundlage – mit spürbaren Folgen für Public Health und die Gesundheitsversorgung. Sieben Gesundheitsfachleute aus Denknetz, VPOD und SP 60plus greifen den Vorschlag in einem neuen Working Paper auf und zeigen auf, warum er jetzt besonders wichtig ist. Mit Blick auf das Projekt «Entflechtung 27» betonen sie: Der Zeitpunkt für eine grundlegende Weichenstellung in der Gesundheitspolitik ist günstig.

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Aufrüstung gegen die Demokratie

Jo Lang kritisiert die massive Aufrüstung Westeuropas als Projekt zur Stärkung des militärisch-industriellen Komplexes und rechter Kräfte – nicht der Sicherheit. Russland sei Westeuropa ohnehin militärisch und ökonomisch unterlegen, ein Angriff unrealistisch. Die Hochrüstung untergrabe hingegen Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Glaubwürdigkeit der «westlichen Wertegemeinschaft».

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US-Zollpolitik: Eine Auslegeordnung

Die Zollpolitik der Trump-Administration signalisiert mehr als Protektionismus – sie steht für eine imperiale Neuausrichtung der USA. Während Chinas Aufstieg ins Stocken gerät, sichern sich US-Konzerne ihre Gewinne und der Dollar bleibt dominant. Doch hinter den Zöllen steckt weniger Ökonomie als ein politisches Projekt, das globale Kooperation schwächt und geopolitische Spannungen verschärft. Eine Auslegeordnung von Beat Ringger.

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Die Welt brennt und das Denknetz sucht nach Zukunft

Ein immer heisserer Planet; ein wuchtiger reaktionärer Backlash; unglaubliche soziale Ungleichheiten; eine immer unmenschlichere Migrationspolitik, Tech-Konzerne, die zur Spaltung der Gesellschaft beitragen; Kriegsgräuel und Militarisierung; ein am palästinensischen Volk begangener Genozid vor den Augen der Weltöffentlichkeit – es läuft gerade völlig aus dem Ruder. Es gibt so vieles zu verstehen, miteinander zu verbinden und zu verändern. Das Denknetz kann und soll die schweizerische Linke dabei unterstützen. Gedanken von Pascal Zwicky nach der Zukunftswerkstatt des Denknetz im Juni 2025.

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Widerstand denken in autoritären Zeiten

Seit einigen Jahren lässt sich in der politischen Landschaft zahlreicher demokratisch verfasster Gesellschaften weltweit ein Phänomen beobachten, das zunehmend in den Fokus der medialen Öffentlichkeit rückt: Autoritäre und populistische Bewegungen gewinnen an Einfluss, demokratische Institutionen geraten unter Druck und digitale Räume befördern Radikalisierungsprozesse, die einst am gesellschaftlichen Rand verortet waren. Die dreiteilige Online-Reihe „Auf dem Weg zur illiberalen Demokratie?“, die Denknetz in Zusammenarbeit mit der Anny-Klawa-Morf-Stiftung im Frühling 2025 organisiert hatte, widmete sich diesen Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven. In der Zusammenfassung zur Reihe zeigt Sarah Vanessa Losego auf, wie ökonomischer Wandel, soziale Unsicherheit und kulturelle Konflikte zunehmend in autoritäre Antworten münden.

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Europa im Zeitalter des Trumpismus. Kommt es zu einem Rollback bei der Umwelt- und Sozialpolitik?

Die Welt ist im Krisenmodus. Die global vernetzte Wirtschaft taumelt und die internationalen Organisationen sind geschwächt. Als Reaktion auf Trump & Co. haben die EU und auch Deutschland die Schuldenbremse gelockert und Investitionen von Hunderten Milliarden Euro in Infrastrukturen und Verteidigung geplant. Höhlt die neue EU-Kommission gleichzeitig den Green Deal und sozialen Richtlinien aus? Sind Gewerkschaften und soziale Bewegungen stark genug, um ein nachhaltigeres und gerechteres Europa zu erkämpfen?

Der Grüne Sven Giegold im Gespräch mit Regula Rytz und Andreas Rieger.

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Das Schweizer Steuersystem als Treiber der Ungleichheit

Das Steuersystem ist in den letzten 40 Jahren unsolidarischer geworden. Die Unternehmens- und Vermögenssteuern wurden stark gesenkt, die Progression bei den Einkommenssteuern ist verflacht. Damit wird nicht nur das verfassungsmässige Prinzip der «Besteuerung nach Leistungsfähigkeit» in Frage gestellt. Die Ungleichheit hat zugenommen und die öffentlichen Finanzen sind durch Milliarden von Mindereinnahmen in Schieflage geraten. Ein Text zum Gleichheitsmonitor 2025 von Hans Baumann und Robert Fluder.

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Nachhaltige Arbeit – Greenwashing oder potenzielle Politisierung der Arbeit?

Wenn uns der Kurswechsel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung gelingen soll, dann muss sich auch die Arbeitswelt verändern. Auch Arbeit muss nachhaltig werden. Basierend auf der wissenschaftlichen Literatur lassen sich vier Dimensionen unterscheiden, die ein Begriff der „nachhaltigen Arbeit“ berücksichtigen muss. Die Praxis „nachhaltiger Arbeit“ kann dann aber nur Resultat demokratischer Aushandlungsprozesse sein. Ein Text von Lisa Herzog, Professorin am Centre for Philosophy, Politics and Economics der Universität Groningen, und Bénédicte Zimmermann, Directrice d’Etudes an der École des hautes études en sciences sociales in Paris, für Denknetz.

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Denknetz ist der linke Thinktank der Schweiz mit 1500 Mitgliedern. Denknetz ist den Grundwerten Freiheit, Gleichheit und Solidarität verpflichtet. Nur in der Gleichwertigkeit aller Mitglieder einer Gesellschaft, also nur im Vermeiden von Armut und Exklusion, kann sich eine Freiheit entfalten, die allen zuteil wird und die ohne Gewalt der Privilegierten gegen die Nichtprivilegierten auskommt. Der Kit zwischen Freiheit und Gleichheit ist die Solidarität auf der Basis universeller Menschenrechte, was eine Ausweitung der Demokratie auf alle relevanten gesellschaftlichen Prozesse impliziert, auch auf die zentralen Entscheide über die Verwendung und die nachhaltige Bewirtschaftung der ökonomischen Ressourcen.

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Neue Beiträge

Reclaim Democracy

Das letzte Reclaim Democracy fand am 13. und 14. September 2024 in Zürich statt. Mehr auf www.reclaim-democracy.org 

Bibliothek

Die Bibliothek von Denknetz bietet über 500 Texte, Videos und Audios zu den Themen Politische Ökonomie, Politik und Gesellschaft, Umweltschutz und Wachstumskritik, (Post-)Migration, Race-Class-Gender, Demokratie und Staat, Care und Soziale Sicherheit, Bildung, Medien, Denken sowie Geschichte und Emanzipation. Zudem sind alle Jahrbücher, Sachbücher, Zeitschriften, Audiodateien und Videos in der Rubrik Publikationen verfügbar. Schauen Sie hier in die Bibliothek rein.