Meldungen

Sandoz fürs Volk

Big Pharma wird immer mehr zu einem Herd von Gefahren für Gesellschaft und Gesundheit. Ein neues Denknetz-Diskussionspapier fordert in einem neuen Denknetz-Diskussionspapier nun radikale Remedur. Novartis gliedert zur Zeit seine Generika- und Antibiotika-Sparte unter dem Namen Sandoz aus, um sie anschliessend zu verkaufen. Gut so: Novartis soll Sandoz dem Bund für CHF 1.- überlassen, Sandoz anschliessend unter demokratischer Leitung zu einer Pharma fürs Volk weiterentwickelt werden.

Denknetz-Grundlagenpapier | Geschrieben von Beat Ringger am 16. Januar 2019 

Preise mit Zwangslizenzen senken

Die Preisvorstellungen von Big Pharma sprengen alle Grenzen. Spitzenreiter ist Novartis, das für eine neue Behandlung vier Millionen CHF fordert (!). Public Eye hat eine Kampagne gegen diese Explosion der Medikamentenpreise gestartet. Die Organisation fordert vom Bund, die Preis-Ralley mit dem Instrument der Zwangslizenz zu stoppen. Wie das geht, erklären Christa Luginbühl, Patrick Durisch und Oliver Classen in der Denknetz-Zeitung.

Artikel in der Denknetz-Zeitung | Geschrieben von Christa Luginbühl, Patrick Durisch und Oliverclassen

Brauchen wir Pfizer oder Novartis?

Adam Gaffney schildert im US-amerikanischen Jacobin Magazine Nr 28 (Winter 2018) die kritischen Debatten zur Pharmabranche in den USA und entwirft einen Plan, Big Pharma zu übernehmen, damit lebenswichtige Medikamente für alle verfügbar bleiben. Wir haben den Text auf deutsch übersetzt.

Denknetz-Diskussionspapier | Geschrieben von Adam Gaffney am 17. März 2018

Externe Links und Empfehlungen

Neben den Denknetz Veröffentlichungen empfehlen wir gerne folgende Texte und Bücher zum Thema „Pharma fürs Volk“ weiter

Public Eye: Protect patients, not patents. How medicine prices are leading to two-tiered healthcare in Switzerland | Franco Cavalli: Krebs

Toxic Pharma

Warum toxisch hohe Preise für Medikamente dringend eliminiert werden müssen, und warum es im Pharmabereich und der medizinischen Forschung einen starken, global vernetzten Service public braucht

Denknetz-Grundlagenpapier | Geschrieben von Franco Cavalli, Patrick Durisch, Flavian Kurth, Marin Leschhorn, Romeo Rey, Beat Ringger, Michel Romanens, Hans Schäppi, Johannes Wickli, Erika Ziltener am 12. Dezember 2016

Hintergrund

Die grossen Pharmakonzerne stehen seit vielen Jahrzehnten in der Kritik. In neuester Zeit spitzen sich die Probleme jedoch zu. Die Preise für neue Medikamente schiessen durch jede Decke. Die Folge: Eine Zweiklassenmedizin mit exklusiven Medikamenten nur für Reiche. Big Pharma konzentriert die Forschung auf jene Wirkstoffe, die Milliardenprofite versprechen (insbesondere Krebs). Die Folge: Drängende andere Bereiche wie die Entwicklung neuer Antibiotika haben das Nachsehen – obwohl immer mehr Krankheitskeime resistent werden gegen herkömmliche Antibiotika. Big Pharma verlagert die Produktion dorthin, wo der Umweltschutz inexistent ist. Die Folge: Neue, tödliche Superkeime, die aus Spitälern Todesfallen machen. Jetzt braucht es radikale Massnahmen: Die Preise müssen auf ein Niveau, das den Produktions- und Entwicklungskosten entspricht, Umweltschutz muss durchgesetzt werden und die öffentliche Hand muss eine eigenständige öffentliche Forschung / Entwicklung / Produktion aufbauen, um Big Pharma die Stirn bieten zu können.

Zitat

„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinen Profit, wie die Natur von der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv und waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“

P.J. Dunning (1860), von Karl Marx in einer Fußnote im ‚Kapital‘ bekannt gemacht