Intro: Toxic Pharma

Die grossen Pharmakonzerne stehen seit vielen Jahrzehnten in der Kritik. In neuester Zeit spitzen sich die Probleme jedoch zu. Die Preise für neue Medikamente schiessen durch jede Decke. Die Folge: Eine Zweiklassenmedizin mit exklusiven Medikamenten nur für Reiche. Big Pharma konzentriert die Forschung auf jene Wirkstoffe, die Milliardenprofite versprechen (insbesondere Krebs). Die Folge: Drängende andere Bereiche wie die Entwicklung neuer Antibiotika haben das Nachsehen – obwohl immer mehr Krankheitskeime resistent werden gegen herkömmliche Antibiotika. Big Pharma verlagert die Produktion dorthin, wo der Umweltschutz inexistent ist. Die Folge: Neue, tödliche Superkeime, die aus Spitälern Todesfallen machen. Jetzt braucht es radikale Massnahmen: Die Preise müssen auf ein Niveau, das den Produktions- und Entwicklungskosten entspricht, Umweltschutz muss durchgesetzt werden und die öffentliche Hand muss eine eigenständige öffentliche Forschung / Entwicklung / Produktion aufbauen, um Big Pharma die Stirn bieten zu können.

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Sandoz fürs Volk

Big Pharma wird immer mehr zu einem Herd von Gefahren für Gesellschaft und Gesundheit. Ein neues Denknetz-Diskussionspapier fordert in einem neuen Denknetz-Diskussionspapier nun radikale Remedur. Novartis gliedert zur Zeit seine Generika- und Antibiotika-Sparte unter dem Namen Sandoz aus, um sie anschliessend zu verkaufen. Gut so: Novartis soll Sandoz dem Bund für CHF 1.- überlassen, Sandoz anschliessend unter demokratischer Leitung zu einer Pharma fürs Volk weiterentwickelt werden.

Lesen Sie das Diskussions-Papier

Preise mit Zwangslizenzen senken

Die Preisvorstellungen von Big Pharma sprengen alle Grenzen. Spitzenreiter ist Novartis, das für eine neue Behandlung vier Millionen CHF fordert (!). Public Eye hat eine Kampagne gegen diese Explosion der Medikamentenpreise gestartet. Die Organisation fordert vom Bund, die Preis-Ralley mit dem Instrument der Zwangslizenz zu stoppen. Wie das geht, erklären Christa Luginbühl, Patrick Durisch und Oliver Classen in der Denknetz-Zeitung.

Lesen Sie den Artikel aus der Denknetz-Zeitung von Christa Luginbühl, Patrick Durisch und Oliverclassen

Brauchen wir Pfizer oder Novartis?

Adam Gaffney schildert im US-amerikanischen Jacobin Magazine Nr 28 (Winter 2018) die kritischen Debatten zur Pharmabranche in den USA und entwirft einen Plan, Big Pharma zu übernehmen, damit lebenswichtige Medikamente für alle verfügbar bleiben. Wir haben den Text auf deutsch übersetzt.

Adam Gaffney: Do we need pfizer?

Protect patients, not patents

Public Eye hat einen aufschlussreichen Report veröffentlicht, in dem aufgezeigt wird, wie die Preispolitik von Big Pharma zu einer Zwei-Klassenmedizin führt – auch in reichen Ländern wie der Schweiz (in englisch).

Public Eye: Protect patients, not patents. How medicine prices are leading to two-tiered healthcare in Switzerland

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Im Dezember 2016 hat die Denknetz-Fachgruppe Big Pharma ein Grundlagenpapier veröffentlicht, in dem sie die Pharmabranche analysiert und grundlegende Reformen anmahnt.

Denknetz-Fachgruppe Big Pharma: Toxic Pharma

Zitat

„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinen Profit, wie die Natur von der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv und waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“

P.J. Dunning (1860), von Karl Marx in einer Fußnote im ‚Kapital‘ bekannt gemacht

Buch

Franco Cavalli erläutert, was Krebs eigentlich ist. Und er zeigt auf, wie Big Pharma mit Krebsmedikamenten das Geschäft des Jahrhunderts macht.

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