Editorial

Streiken reloaded

Am 14. Juni findet der zweite schweizweite Frauenstreik statt. Überall im Land bilden sich zur Zeit Gruppen und Komitees, die den Streiktag vorbereiten – und überall ist eine neue junge Frauengeneration dabei, die kräftig mitwirkt. Dabei geht es um Lohngerechtigkeit, aber lange nicht nur darum: Sexuelle Belästigungen und die anhaltende Gewalt gegen Frauen sind ebenso Themen wie auch die Tatsache, dass der gesamte Gender Gap bei den Einkünften schockierend hoch ist. Auf mehr als 100 Mia CHF jährlich schätzt ihn Mascha Madörin, wie sie im Interview in dieser Denknetz-Zeitung erläutert. Das hat tiefliegende, strukturelle Gründe, und deshalb geht es auch ums gesellschaftliche Ganze: Wir brauchen den Wechsel von der Cash- zur Care-Gesellschaft, damit Gendergerechtigkeit tatsächlich verwirklicht wird.

Wir brauchen diesen Wechsel auch aus andern Gründen: Die Cash-Gesellschaft, in der sich letztlich alles um Konzerne, Kapital und Konkurrenz dreht, heizt uns im ganz wörtlichen Sinn ein. Es braucht den System Change, um den Climate Change noch irgendwie in den Griff zu bekommen. Es braucht eine Gesellschaft des Sorge-Tragens zur Natur.

Am 15. März haben in über 100 Ländern Millionen von Jugendlichen an Klimastreiks teilgenommen. Einen vergleichbaren globalen Streik gab es bislang noch nie. Hier ergreift die Generation das Wort, die ohne baldigen System Change die Wucht der klimatischen und gesellschaftlichen Katastrophen voll zu spüren bekommen wird. Streiken fürs Klima, streiken für Gendergerechtigkeit und Care: Das könnte sich als überaus kraftvoll erweisen. Streiken greift in das Räderwerk der gesellschaftlichen Macht. Grad jetzt noch vielerorts eher symbolisch, doch künftig mit zunehmendem Druck. Einen Schritt in diese Richtung macht der grösste Gewerkschaftsbund Belgiens, der die Lohnabhängigen dazu aufgerufen hat, sich dem Klimastreik anzuschliessen.

Ruth Daellenbach
Präsidentin Denknetz

Schub fürs Denknetz

Spendenziel CHF 100’000

Die Gesellschaften geraten in Unordnung. Das Klima wandelt sich, ohne entschlossene Massnahmen drohen Kippeffekte und zivilisatorische Katastrophen. Die Finanzmärkte sind instabil, Ungleichheiten nehmen zu, eine nächste Wirtschaftskrise absehbar. Gesellschaftliche Leitideen erodieren, rechtsnationale Kräfte haben Auftrieb. Mit den Bedrohungen wächst der Widerstand, und mit ihm die Forderungen nach einem System Change. Entsprechend stark ist der Bedarf, darüber zu diskutieren, Orientierung zu gewinnen, Konzepte zu entwickeln, Bündnisse zu schmieden.

Das Denknetz nimmt diese Herausforderung an. Regelmässige Buchpublikationen, neue Reformmodelle, rund 20 Veranstaltungen pro Jahr, die Denknetz-Zeitung, die grossen Reclaim-Democracy-Kongresse: Das alles ist möglich dank dem grossen Engagement von immer mehr Leuten im Denknetz. Die Geschäftsstelle hält dies alles zusammen und hilft, das Engagement fruchtbar zu machen.

1. Wir müssen die Geschäftsstelle von 90 auf 130 Stellenprozente ausbauen, um die Anforderungen zu bewältigen

2. Wir wollen von heute 1500 auf 2000 Mitglieder wachsen

3. Mit der Stärkung unseres Video- und Audio-Kanals wollen wir mehr Leute erreichen

4. Vom 27. bis 29. Februar 2020 findet der zweite Reclaim-Democracy-Kongress statt, dessen reibungslose Organisation wir sichern wollen

Für all das brauchen wir finanziellen Schub, brauchen wir deine Unterstützung. Bis Ende 2019 benötigen wir CHF 100‘000.- an Spenden. Jeder Beitrag ist hoch willkommen.

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AutorInnen

Ruth Daellenbach, Beat Ringger, Hans Baumann, Pascal Zwicky, Andreas Rieger, Simon Rutz, Fitzgerald Crain, Anita Holzer, Kurt Seifert, Joël Bühler, Hans Schäppi

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Das Denknetz ist der linke, sozialkritische Thinktank der Schweiz mit über 1400 Mitgliedern. Das Denknetz ist den Grundwerten Freiheit, Gleichheit und Solidarität verpflichtet. Das Denknetz konstatiert zunehmende soziale Ungleichheiten und eine Tendenz zur Entsolidarisierung in der Gesellschaft. Es will die Mechanismen dieser Dynamik besser verstehen und Alternativen erkunden und diskutieren.

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